Attraktives Detail jedes Klassikers sind die Chromteile – nur, es ist nicht alles Chrom was glänzt: Es wurde beim R4 neben verchromen auch einige weitere Verfahren für silbrig glänzende Teile angewendet:
Galvanisch verchromter Stahl:
Angewendet beim R4 für die Stoßstangen und die dazugehörigen Halbkugelkopfschrauben, Radkappen , Radkappenbefestigunsschrauben und Radhutmuttern sowie den Zierleisten an den Schiebefenstern: Auf bereits hochglänzeder blanker Oberfläche werden mehrere metallische Uberzüge elektrochemisch aufgebracht. Zuletzt eine Schicht Chrom. Diese Schicht ist sehr hart und hochglänzend. Mit der Zeit dringt jedoch Feuchtigkeit ein und das Grundmaterial beginnt zu Rosten und drückt die Chromschicht als Pickel hoch. Bei trocken stehenden Autos lässt sich mit Polieren auch an Chromteilen mit beginnendem Rostansatz ein gewisser Rostschutz erzielen. Ein Neuverchromen ist möglich, aber durch die hohe Umweltauflagen sehr kostspielig.
Verchromter Druckguss:
Angewendet beim R4 für den Heckklappengriff, die Beschläge der Ausstellfenster ( 1961-1963 ), die gefederten Seitenspiegel ( Fuß und Arm ) und die Schriftzüge ( BJ. 1967 – 1973 ). Mit der Zeit beginnt der Druckguss unter der Chromschicht „aufzublühen“. Hier ist einen Neuverchromung sehr schwierig, da sich der Druckguss beim entchromen bereits auflöst.
Chrombedampfter Kunststoff:
Beim R4 verwendet für die Rückleuchten, die Türgriffe ( ca. 1975 – 1981 ), die Fussabdeckung des runden Aussenspiegel und die Embleme und Renault-Rhomben ( ab ca. 1977 ). Diese Chromschicht kann abblättern oder verwittern ( bei den Emblemen ). Eine Ausbesserung mit Chromlacken ist möglich.
Silberdedampftes Stahlblech und Glas:
Hochglänzender als Chrom – Verwendet für die Reflektorspiegel der Scheinwerfer und die Rückblickspiegel. Diese Schicht kann ermatten, abblättern und auch unterosten. Neuverspiegeln von Scheinwerfern ist möglich, aber beim R4 ( noch ) teurer als Neuteile ( Restposten ). Da Neuverspiegeln aber möglicherweise in Zukunft der einzige Weg ist, macht es Sinn, blinde Reflektoren aufzuheben.
Glanzverzinkter Stahl:
Beim R4 verwendet für die Lampenfassungen der Rückleuchten, die Stützen für Heckklappe und Haube u.a. Die Schicht oxidiert und wird grau, und ist nicht polierfähig.
Edelstahlblech:
Etwas weniger glänzend, aber Rostfrei!: Verwendet beim R4 für die Türgriffe ( 1961 – 1975 ), Die Zierleisten in den Scheibengummis ( 1960er Jahre ), die gefederten Außenspiegel ( Schüssel hinter Spiegelglas ), Die Scheibenwischerarme, die Schwellerzierleisten mit Dreiecksprofil 1971 – 1980. Der Grundträger der Schriftzüge ( ca. 1973 – 1975 ) ist Edelstahlblech und der Hintergrund Schwarz lackiert ( siehe unten )
( Neidisch blickt man zu NSU und Peugeot – dort waren auch Radkappen, Zierleisten und Stoßstangen aus Edelstahl und damit nie pickelig )
Glanzeloxiertes Aluminiumblech:
Etwas weniger glänzend aber erstaunlich witterungsbeständig. Verwendet im R4 für die Zierleisten ( seitlich auf Türen und Kotflügeln, unter den Türen (1961-1971 und 1980-1981 ), um die vorderen Blinker und um das vordere Kennzeichen ( Version Frankreich ), Den Zierrahmen um das hintere Kennzeichen „Moustache“, sowie die Abdeckung der Enden des Scheibenkeders.
Der Grundträger der Schriftzüge und Renault-Rhomben ( ca. 1974 – 1978 ) ist Aluminiumguss und der Hintergrund Schwarz lackiert ( siehe unten )
Alufolie in Kunststoffteil:
Verwendet im R4 für die Keder der Front- und Heckscheibe, die Zierleiste an der Regenrinne und im Kühlergrill ( ab 1974 ) – werden diese Teile matt oder vergilben ( manche sprechen von: „Goldeffekt“ ), hilft nur austauschen.
Die rechteckigen Schriftzugleisten auf der Heckklappe mit silberner Schrift auf schwarzem Hintergrund wurden in verschiedenen Verfahren hergestellt, die teilweise parallel verbaut wurden und auch untereinander ausstauschbar sind:
- Geprägtes Edelstahlblech – Hintergrund schwarz lackiert.
- Aluminiumguss – Hintergrund schwarz lackiert.
- Kunststoffspritzguss schwarz – Schrift in Silberfarbe aufgebracht
