{"id":1725,"date":"2025-02-07T22:27:27","date_gmt":"2025-02-07T21:27:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.r4l.de\/wordpress\/?p=1725"},"modified":"2025-02-07T22:33:40","modified_gmt":"2025-02-07T21:33:40","slug":"r4-hinterachse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.r4l.de\/wordpress\/2025\/02\/07\/r4-hinterachse\/","title":{"rendered":"R4-Hinterachse"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Konstruktion<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Hinterachse des R4 besteht aus gummigelagerten, gezogenen L\u00e4ngslenkern mit querliegenden Federdrehst\u00e4ben ( Torsionsst\u00e4ben ) und liegenden Sto\u00dfd\u00e4mpfern, die beim Einfedern nich zusammengedr\u00fcckt, sondern auseinandergezogen werden. Um f\u00fcr einen langen Federweg die gesamte Fahrzeugbreite f\u00fcr die Drehst\u00e4be zu nutzen, wurde die L\u00f6sung gew\u00e4hlt, die beiden Halbachen um 4cm versetzt hintereinander anzuordnen. Dadurch enststeht ein unterschiedlicher Radstand links und rechts.<br>Vorteile dieser Konstruktion ist ein geringer Platzbedarf und eine weiche langhubige Federung. Diese langhubige Federung f\u00fchrt zu gro\u00dfer Seitenneigung in Kurven, welche die Radf\u00fchrung nicht ausgleicht, da sich die Lenker parallel zur Karosserie bewegen. Dadurch ist in schnell gefahrenen Kurven fr\u00fch die Seitenf\u00fchrung der Reifen aufgebraucht. Verbessern l\u00e4sst sich dieser Effekt mit dem Querstabilisator, welcher in den Transportern und der Version &#8222;schlechte Strassen&#8220; ab Werk eingebau wurde.<br>Fingerzeig: Die Befestigungsgewinde im L\u00e4ngslenker f\u00fcr die Stabilisatoren an den Tempergusslenkern sind Feingewinde M8x1 und m\u00fcssen vor der Montage nachgeschnitten werden, wenn sie Jahrzehntelang unbenutzt im Stra\u00dfendreck vor sich hinrosteten.<br>Dieselbe Achs-Konstruktion findet sich auch in den j\u00fcngeren Konstruktionen Renault 16 und Renault 5. Hier hat man aber wieder konventionell stehende Sto\u00dfd\u00e4mpfer eingesetzt.<br>Anderer L\u00f6sungsbeispiele mit gleichem Radstand finden sich ebenfalls:<br>VW K\u00e4fer &#8211; Drehst\u00e4be reichen nur bis zur Fahrzeugmitte<br>Simca 1100 &#8211; Drehst\u00e4be laufen raumdiagonal aneinander vorbei<br>Panhard &#8211; Ein Drehstab geht bis zur Mitte und st\u00fctzt sich freifliegend an zwei weiteren Drehst\u00e4ben ab, die wieder au\u00dfen befestigt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Sch\u00e4den<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hauptprobleme machte w\u00e4hren der &#8222;normalen&#8220; Lebenszeit des R4 eigentlich weniger die Achse sondern deren <strong>Befestigungspunkte <\/strong>an der Bodengruppe, die h\u00e4ufig durchrosteten und herausbrachen. Ein Gro\u00dfteil der R4 wurde nach diesem Schaden verschrottet, nachdem sich wenige Werkst\u00e4tten an die <a href=\"https:\/\/www.r4l.de\/wordpress\/2022\/06\/03\/schwellerende-richten\/\" data-type=\"post\" data-id=\"1089\">Reparatur<\/a> herantrauten, obwohl es dazu Reparaturbleche gab. ( Anderer Grund: der Schaden trat \u00fcblicherweise so nach ca. 8 Lebensjahren auf &#8211; da war der Zeitwert des R4 schon geringer als die Reparaturkosten ).<br>An der Achse selbst sind die <strong>aus Bleche gepressten L\u00e4ngslenker<\/strong> manchmal durchgerostet &#8211; und k\u00f6nnen abknicken. Daher ist die Version mit Tempergussl\u00e4ngslenkern bei Insidern beliebter.<br>Inzwischen haben die <strong>Gummilager <\/strong>auch ein Alter erreicht, bei dem der Gummi zerf\u00e4llt. Die L\u00e4ngslenker quietschen und bekommen Spiel und fangen an, mitzulenken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-large-font-size\">Demontage<\/h2>\n\n\n\n<p>Die fr\u00fchen Achsen lassen sich durch eine Lochreihe oder einen Exzenter in der H\u00f6he nachstellen. Hier lassen sich die Federn im eingebauten Zustand mit Hebeln oder der Spannstange anstelle des Sto\u00dfd\u00e4mpfers entspannen und die Achsh\u00e4lften mit dem Federdrehtstab demontieren.<br>Ab 1977 ist die Bodenh\u00f6he fest eingestellt. Die Achse l\u00e4sst sich dadurch am St\u00fcck Aus- und Einbauen ohne dass sich die Bodenh\u00f6he ver\u00e4ndert. Die Achse verdrillt sich dabei jedoch, weshalb auch hier ein Montagehebel ben\u00f6tigt wird. Zu beachten ist, da\u00df anschlie\u00dfend die Hinterradspur eingestellt werden mu\u00df.<br>Will man allerdings die inneren Gummilager tauschen, m\u00fcssen schon im eingebauten Zustand die L\u00e4ngslenker auf ein Ma\u00df 280mm gespannt werden ( durch eine Spannstange, die anstelle der Sto\u00dfd\u00e4mpfer eingebau wird ). In dieser Stellung m\u00fcssen die Federdrest\u00e4be aus der Verzahnung herausgeschlagen werden. ( Bei ausgebauter kompletter Achse geht das nur mit gr\u00f6bster Gewalt, da alles gegeneinander verspannt ist ). Die Verzahnung ist oft gnadenlos eingerostet &#8211; daher sinnvollerweise schon l\u00e4nger vorher Rostl\u00f6ser draufspr\u00fchen. Notfall hilft nur anw\u00e4rmen mit dem Schweissbrenner. Erw\u00e4rmt erden sollte die Innentverzahnung im L\u00e4ngslenker und Gegenhalter. Die Drehst\u00e4be sollte dabei nicht zu heiss gemacht werden. Wenn die Gummilager oder der Schutzschlauch um die Drehst\u00e4be dabei verbrennt ist das kein Problem &#8211; die Gummilager werden sowieson gewechselt un der Schutzschlauch ist ein ungutes Rostnest und sollte ab. Dreh-St\u00e4be gut kennzeichen: Auf keinen Fall linken mit rechtem Drehstab verwechseln &#8211; Bruchgefahr !<br>Die Winkelposition der Gummilager sollte man in diesem Zustand ohne Federn kennzeichnen und den Abstand der Bremstrommel zum Wagenboden messen.<br>Jetzt baut man den L\u00e4ngslenker mit den Lagerb\u00f6cken f\u00fcr die Gummilager aus. und misst den seitlichen Abstand der Anlagefl\u00e4chen an der Bodengruppe.<br>Sinnvoll ist, ein solides Blech zu suchen, dass genau in den Spalt am innerem Gummilager zwischen L\u00e4ngslenker und Haltekonsole passt. Dieses Blech dient nachher als Anschlag f\u00fcr das Einpressen.<br>Die Gummilager lassen sich nicht abziehen &#8211; sie m\u00fcssen m\u00fchsam zerschnitten werden.<br>Zuerst wird das innere Bummilager in den Halter bis zum Anschlagblech ( siehe Oben ) eingepresst. Anschlie\u00dfend zuammen mit dem Anschlagblech im richtigen Verdrehwinkel in den L\u00e4ngslenker. Zuletzt das Anschlagblech herausziehen.<br>Das \u00e4u\u00dfere Gummilager im richtigen Verdehwinkel bis zum richtigen Tiefenma\u00df aufpressen. Hier ist ein selbstgeauter Anschlag hilfreich. Vorsicht ist angebracht &#8211; Zur\u00fcck geht es nicht mehr.<br>Den L\u00e4ngslenker wieder einbauen und Abstandsma\u00df der Bremstommel zum Wagenboden kontollieren. Hier kommt es nicht auf den letzten Millimerter an \ud83d\ude42<br>Die L\u00e4ngslenker wieder auf 280mm ziehen. Jetzt die Verzahnung der Drehst\u00e4be gut s\u00e4ubern und Fetten und die Drehst\u00e4be einschieben. Da sie an beiden Enden unterschiedliche Z\u00e4hnezahlen haben, ver\u00e4ndert sich das Ma\u00df mit jedem Zahn den man an beiden Enden weiterdreht. Bei der Stellung bei der die St\u00e4be leicht einschiebbar sind, hat man die korrekte Einstellung erreicht. Nach Entfernen der Spannstange sollten die Bremstrommel links und rechts gleichen Abstand zum Wagenboden haben sonst steht der R4 anschlie\u00dfend schr\u00e4g.<br>Wer die Chance hat eine lose Bodengruppe f\u00fcr die Drehstabdemontage und &#8211; montage nutzen zu k\u00f6nnen tut sich damit wesentlich leichter als bei montierter Karosserie. Die komplette Achse dann anschlie\u00dfend zu wechseln, ist einfacher. Ich habe mir dazu von einem Schrott-R4 das hintere Fahrgestellende aufgehoben und die L\u00e4ngslenker mit einem soliden Rohr verbunden, da die Achse versucht, sie gegeneinander zu verdrehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konstruktion Die Hinterachse des R4 besteht aus gummigelagerten, gezogenen L\u00e4ngslenkern mit querliegenden Federdrehst\u00e4ben ( Torsionsst\u00e4ben ) und liegenden Sto\u00dfd\u00e4mpfern, die beim Einfedern nich zusammengedr\u00fcckt, sondern auseinandergezogen werden. Um f\u00fcr einen langen Federweg die gesamte Fahrzeugbreite f\u00fcr die Drehst\u00e4be zu nutzen, wurde die L\u00f6sung gew\u00e4hlt, die beiden Halbachen um 4cm versetzt hintereinander anzuordnen. 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